Örtliche Gefahrenabwehr (ÖGA)

Unter dem Begriff Örtliche Gefahrenabwehr werden innerhalb des THW ortverbandsspezifische beschaffte Technik und Gerätschaften zusammengefasst. Die örtliche Gefahrenabwehr ist personell keine eigene Gruppe. Der Ortsverband entscheidet sich dazu, zusätzlich zur bereits vorhandenen Ausstattung, bestimmte Geräte und Werkzeuge anzuschaffen oder aufzunehmen, zu warten, zu betreiben und die Helfer/innen daran auszubilden, um bei einem (über)regionalen Schadensereignis die eingesetzten Kräfte besser unterstützen zu können.


Die Ausstattung wird dabei vorwiegend aus Mitteln der örtlichen Helfervereinigungen, durch Unterstützung von Stadt und Landkreis oder durch Spenden von privaten Haushalten und Unternehmen finanziert worden. Die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk übernimmt dann diese Anschaffungen und kommt teilweise für die weiteren Betriebskosten auf.

Der Ortsverband Chemnitz unterhält die folgenden Gruppen der örtlichen Gefahrenabwehr:

  • Abrollbehälter
  • Beleuchtung
  • Bergungstaucher
  • Hochwasserschutz
  • Notstrom
  • Technische Hilfeleistung auf Verkehrswegen (THV)

 

Abrollbehälter

Zur Erfüllung seiner Aufgaben stehen dem Ortsverband und den Fach- und Bergungsgruppen verschiedene Abrollbehälter zu Verfügung. Transportiert werden diese mit dem Wechselladerfahrzeug der Fachgruppe Notversorgung/Notinstandsetzung.

Abrollbehälter Mulde (AB Mulde)

Abrollbehälter Transport (AB Transport)

Abrollbehälter Einsatzgerüst-System Regionalstelle Chemnitz (AB EGS Rst. Chemnitz)

Beleuchtung

Um das sichere Arbeiten auch bei Dunkelheit sicherzustellen unterhält der Ortsverband Chemnitz eine Gruppe der örtlichen Gefahrenabwehr Beleuchtung.

Zur Ausstattung gehört dabei ein Beleuchtungskraftwagen auf Mercedes Unimog, eine Lichttraverse zur Befestigung am Ladekran des LKW Ladekran der Fachgruppe Logistik-Materialerhaltung, sowie mehrere Powermoons, welche auf den Gerätekraftwagen der Bergungsgruppen verlastet sind. Ergänzt wird die Ausstattung mit dem Lichtmast der Netzersatzanlage 50kVA der Fachgruppe Notversorgung/Notinstandsetzung.

Hochwasserschutz

Der Schutz und die Abwehr vor Hochwasser ist eine der Kernaufgaben des Technischen Hilfswerks. Neben den Standard-Werkzeugen und Gerätschaften in den Fach- und Bergungsgruppen verfügt der Ortsverband Chemnitz über eine Hochwasserschutzwand zur Abwehr steigender Fluten. Aus dem modularen System kann innerhalb kürzester Zeit eine knapp hundert Meter lange, ca. 1.5m hohe, wasserdichte Wand errichtet werden.

Abrollbehälter Hochwasserschutzwand (AB HoWaSchuWa)

Notstrom

Unser Strom ist blau: Wenn der Strom aus der Steckdose zu Ende ist, kommen die Notstromaggregate des THW zum Einsatz. Eigentlich in den Fachgruppen Elektroversorgung disloziert, besitzt der Ortsverband Chemnitz eine Netzersatzanlage mit einer Leistung von 300kVA in der Gruppe der Örtlichen Gefahrenabwehr. Dieses wurde in Eigenregie durch die HelferInnen des Ortsverbandes aufgebaut und befindet sich nun in einem Container auf Wechselbrücken-Fahrgestell.

Eingesetzt wird es überall da, wo die Helfer des THW auf Strom angewiesen sind: Beim Ausleuchten des Einsatzortes, dem Betreiben von elektrischen Bergungsgeräten oder zum Betrieb von Pumpen. Da die lokale Stromversorgung in Notfällen oft unterbrochen ist, gehören Stromaggregate beim THW zur Standardausrüstung.

Die sogenannte Netzersatzanlage (NEA) kann außerdem an beliebiger Stelle eines vorhandenen öffentlichen Stromnetzes oder Gebäuden kritischer Infrastruktur angeschlossen werden, um eine unterbrechungsfreie Stromversorgung beim Ausfall des öffentlichen Netzes sicherzustellen. 

Netzersatzanlage 300kVA

Technische Hilfeleistung auf Verkehrswegen (THV)

Im Freistaat Sachsen führt das THW bereits seit einigen Jahren regelmäßig den THV-Dienst durch, die technsiche Hilfe auf Verkehrswegen. Dies ist eine Zusammenarbeit zwischen den THW-Ortsverbänden in Sachsen und der Polizei im Freistaat. Dabei unterstützt auch der Ortverband Chemnitz die Polizei- und Autobahnmeistereikräfte bei der Bewältigung von Stau- und Einsatzlagen auf den sächsichen Autobahnen.

Diese Zusammenarbeit ist geregelt durch einen Erlaß des Sächsischen Staatsministerium des Innern aus dem Jahr 1997:

Die Unterstützungskräfte des Technischen Hilfswerkes sollen insbesondere mit dem schnellen, befehlsmäßigen Räumen der Fahrbahn nach Verkehrsunfällen sowie mit dem Warnen vor Gefahren und mit dem Warnen vor Staubildungen beauftragt werden.

Das Ziel dieser Unterstützung ist es, die Aufrechterhaltung bzw. Wiederherstellung des Verkehrsflusses unverzüglich zu ermöglichen und extreme Staubildungen zu vermeiden.
Hierzu stellt das Technische Hilfswerk Bereitschaftstrupps mit Kraftfahrzeugen an vorher gemeinsam festgelegten Stellen mit Unfallschwerpunkten und erfahrungsgemäß häufigen Staubildungen an den Bundesautobahnen oder in unmittelbarer Nähe bereit. Im Bedarfsfall werden diese dann auf Anweisung der Autobahnpolizei- oder meisterei in den Einsatz gebracht.

Zur Durchführung dieser Aufgaben stehen dem Ortverband Chemnitz mehrere PKW- und LKW-Fahrzeuge mit speziellen Warneinreichtungen wie LED-Anzeigen und Verkehrleitkegeln sowie ein Verkehrsleitanhänger zur Verfügung.

Verkehrsleitanhänger (Anh Vkl)